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Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker solange bis Sie alles verstanden haben!

reger Meinungsaustausch
reger Meinungsaustausch

Das Verbraucher-Info-Netzes wurde von verschiedenen Kooperationspartnern, darunter dem Frauentreff HellMa, dem Stadtteilzentrum Marzahn-Mitte mit seinem Migrationssozialdienst und dem Quartiersmanagement Mehrower Allee, im Jahr 2009 ins Leben gerufen. An diesem Mittwochnachmittag endete der 1. Teil der Serie 2010 vor der Sommerpause. Wie bei jedem Treffen kamen auch am 02. Juni um 15.00 Uhr viele Bewohnerinnen ins Atrium der Bezirkszentralbibliothek Mark Twain, um sich konkret zu dem Thema „Medikamente- gesund werden oder krank machen?“ zu informieren.

So erfuhr man Erhellendes über die Preisstruktur der Medikamente oder auch über die Verpflichtung der Ärzte sich an preiswerte pharmazeutische Produkte bestimmter Firmen zu halten, die diese in Rabattverträgen mit den Krankenkassen aushandeln. Frau Ingeborg Simon, kompetente Gesprächspartnerin, Apothekerin und stellvertretende Vorsitzende der Volkssolidarität erklärte, dass das große Einsparpotential für die Kassen nicht zwingend eine unzureichende Qualität der Medikamente zur Folge hat. Es kommt immer auf den Wirkstoff an. Darüber muss man sich als Verbraucherin und Verbraucher zuerst informieren. Der Hersteller des Medikaments, ist eher von geringerer Bedeutung.

Sehr interessant und teilweise erstaunlich waren die Hinweise zu den so genannten IGel-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen), die heutzutage fast jeder Arzt anbietet. Unter IGel versteht man Leistungen der Vorsorge- und Service-Medizin, die von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht bezahlt werden, da sie nicht zum Leistungskatalog der GKV gehören. Diese Diagnose- und Behandlungsmethoden werden den Kassenpatienten zusätzlich angeboten und müssen aber bei Inanspruchnahme aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

Frau Simon warnte davor sich allzu leichtfertig und schnell darauf einzulassen. Jede Leistung, die der Gesunderhaltung dient, müsse von der Krankenkasse bezahlt werden. Die IGel-Leistungen sind für Ärzte eine exquisite Möglichkeit zusätzlich Geld zu verdienen und die Preise werden von ihnen teilweise auch ganz individuell nach dem Geldbeutel der „Kundinnen“ festgelegt.

Fr. Dr. Pioch, die Leiterin des Bezirksamtes für Veterinär- und Lebensmittelüberwachung ergänzte die Ausführungen von Frau Simon noch mit Hinweisen zur Anmeldepflicht, zum Verkauf und Versand von Medikamenten und deren Kontrollen und bestärkte die Zweifel am Nutzen von Lebensmittelergänzungen. Die Quintessenz der Veranstaltung ist in dem Aufruf der beiden Referentinnen zusammen zu fassen: „Seien Sie skeptisch, denken Sie an die mächtige Lobby der Pharma-Industrie und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker solange bis Sie alles verstanden haben!“

Text & Foto: Sabine Schwarz, Nachbarschaftshelferin